Erzählen Sie mal was von der Korber Höhe

 

Liebe Gemeindeglieder,
In diesem Jahr wird das Gemeindezentrum der Korber Höhe 25 Jahre alt. In solchen Fällen verfasst eine Kirchengemeinde gerne eine Festschrift. Wir würde diese Festschrift gerne mit Ihnen zusammen gestalten, und deshalb bitten wir Sie: Erzählen Sie uns!
Erzählen Sie, wie nach Ihrer Erinnerung die Korber Höhe entstanden ist. Erzählen Sie uns, wie die Kirchengemeinden zusammengefunden haben, wie das Gemeindezentrum erbaut wurde und welche Konzepte ihm zugrunde lagen. Dies alles ist ein Wissen, das irgendwann unwiederbringlich verloren ist, wenn wir es jetzt nicht sammeln und aufbewahren.
Wir planen, Ihre Erinnerungen und Geschichten an verschiedenen Stellen zu veröffentlichen, umfassend auf der jeweiligen Homepage der beiden Kirchengemeinden und in Auszügen immer wieder in den Gemeindeblättern. Die Aktion ist nicht zeitlich begrenzt. Das Archiv der Erinnerungen wird in den kommenden Jahren allmählich immer mehr anwachsen und Ihnen allen über das Internet zugänglich sein.
Sie können Ihre Erinnerungen aufschreiben und mit dem Vermerk „Geschichten von der Korber Höhe“ bei den Pfarrämtern in die Briefkästen einwerfen oder an uns mailen.
Pfarramt.Korber-Hoehe@ELKW.de
antoniusgemeinde.wn@t-online.de

Beiträge in der Reihenfolge des Eingangs: (zum aktuellsten Bericht)

Die ökumenischen Anfänge auf der Korber Höhe
(Überarbeiteter Auszug aus „Wie ich in Waiblingen Ökumene erlebte”)

Im Zusammenhang mit dem, was sich auf der Korber Höhe tat, erreichten die ökumenischen Beziehungen in Waiblingen eine neue Qualität.
Im Jahr 1967 hatte die Stadt Waiblingen die Kirchengemeinden aufgefordert, sich am Erwerb von Bauland auf der Korber Höhe zu beteiligen. So musste sich der im April 1968 erstmals zusammengetretene kath. Kirchengemeinderat (damals hieß er noch Pfarrgemeinderat) gleich in einer seiner ersten Sitzungen mit dem Thema „Katholisches Gemeindezentrum im städtischen Planungsgebiet ,Korber Höhe'” befassen. Der städtische Bebauungsplan sah nämlich - neben Plätzen für Kindergärten - auch zwei kirchliche Bauplätze vor, jedoch an ganz verschiedenen Stellen, abseits vom Zentrum, dazu einen weiteren für die neuapostolische Gemeinde. Der Antrag einer kleinen Gruppe von Kirchengemeinderäten, die schon die Weichen für den Bau eines gemeinsamen kirchlichen Zentrums stellen wollten, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Aber zwei Monate später (auf die Tagesordnung hatte Dekan Notheis diesmal nicht mehr „Katholisches ...”, sondern nur noch „Künftiges Gemeindezentrum Korber Höhe” geschrieben) erreichten sie dann doch, dass eine Mehrheit ihrem geänderten Antrag zustimmte. Er besagte, die Verwaltungskommission des Gremiums solle mit der evangelischen Kirchengemeinde Verhandlungen aufnehmen mit dem Ziel, gemeinsam die Stadt zu einer Änderung des Bebauungsplans zu bewegen, um dann im sog. „Mikrozentrum” nebeneinander gelegene Bauplätze erwerben zu können. Auf diese Weise sollte einem künftigen Kirchengemeinderat die eventuelle Absicht, gemeinsam zu bauen, nicht von vornherein unmöglich gemacht werden. Und in dieser unverfänglicheren, vorsichtigen Form glaubte sich dann auch die noch zögernde Mehrheit des Kirchengemeinderats an die Ökumene herantasten zu können. In der Ökumene führen kleine Schritte eben oft weiter als große Sprünge.
So kam es - immer unter dem Vorsitz der beiden Dekane Küenzlen und Notheis - zu Beratungen der Bauausschüsse der beiden Kirchengemeinden und auch zur ersten (und bisher einzigen) gemeinsamen Sitzung der beiden Kirchengemeinderäte am 23. April 1969. Drei Jahre später folgten erste konkrete Gespräche zu Raumprogrammen, danach begannen die Grunderwerbsverhandlungen mit der Stadt.
Im August 1972 machte dann die evangelische Kirchengemeinde den Vorschlag, ein provisorisches Gemeindehaus zu errichten, weil sich die Finanzierung und Fertigstellung des endgültigen Zentrums zu lange hinziehen würden. In bestem Einvernehmen wurde daraufhin das sogenannte „Provisorium” geplant und errichtet, ja sogar ein - geradezu revolutionärer - Vertrag über „gemeinsames Eigentum” geschlossen, das es sonst kaum irgendwo gab und das auch später beim Ökumenischen Haus der Begegnung - auf Anweisung von oben - der sogenannten Realteilung weichen musste.
Deutlich blasser sind meine Erinnerungen an die Details der Planung von „Maria und Johannes unter dem Kreuz”. Sicher weiß ich nur noch, dass im Rahmen der Einweihungsfeierlichkeiten Frau Ursula Müller (als Vorsitzende des ev. KGRs der Korber Höhe) und ich (als damaliger 2. Vorsitzender unseres KGRs) das Altarkreuz aus dem Provisorium gemeinsam zum neuen Haus der Begegnung trugen.

Hermann Gramer

 

18 Jahre „Rat und Tat”

Vor 18 Jahren es begann, dass 8 Frauen und ein Mann
(heute sind es schon 11 Frauen, nur mehr Männer sich nicht trauen),
sich im Team zusammenfanden, ehrenamtlich sich verbanden,
um zu helfen dort und hier, mit Erfahrung und Gespür,
um so manche Not zu lindern bei Erwachsenen und Kindern.

Mit der Freude kann man leben, kann davon auch andern geben.
Doch das Leid, das drückt uns sehr; vielen wird die Last zu schwer.
Kirche und Diakonie helfen gern von spät bis früh.
Doch es gibt noch viele Sachen die auch nur wir Laien machen.
So ward „Rat und Tat“ gegründet und im Blickpunkt es verkündet,
dass in unserem Gebiet, nah der Kirche wie man sieht,
im Büro, ob Frau, ob Mann, jeder Hilfe holen kann

„Rat und Tat“ heut’ noch besteht, wie am Hinweisschild ihr seht.
Nach 18 Jahren, Wohl und Wehe, kennt man auf der Korber Höhe
und am Galgenberg uns gut. Dieses gibt uns neuen Mut
uns’re Arbeit weiterhin fortzuführ’n, in diesem Sinn.

Was wir so bis jetzt getrieben haben wir schön aufgeschrieben:
Wir vermitteln Möbel, Kleider, denn nicht jeder hat sie, leider.
Mancher hat davon zuviel, uns sie übergeben will.
Mancher hat kein Geld zum Wohnen, viele müssen sich auch schonen,
weil sie krank sind oder alt. Oder fehlt es am Gehalt,
weil die Arbeitslosigkeit herrscht im Lande weit und breit.

Viele von den hier Genannten schon den Weg zu uns her fanden.
Manches ließ sich dann verbinden und `ne gute Lösung finden.
So vermittelten wir Frauen welche nach dem Rechten schauen,
helfen bei dem Fensterputz, kehren auch den andern Schmutz,
helfen kochen, bügeln, fegen. Ja, das ist ein großer Segen
für Senioren oder Kranke. Manche sagten dafür „Danke“.

Einige die woll’n nur schwätzen, sich zu uns ein wenig setzen,
um die vielerlei Beschwerden und den Kummer los zu werden.
Haben sie ihr Herz geleert, gehen sie heim fast unbeschwert,
denn sie wurden ernst genommen, können morgen wieder kommen.

Manchem stehn zu Berg die Haare sieht er nur die Formulare,
die er auszufüllen hat. Dann kommt er zu „Rat und Tat“
und wir helfen ihm beim Schreiben, Ämter für ihn aufzutreiben,
die ihm weiter helfen müssen. Alles können wir nicht wissen,
denn trotz unsrem gutem Willen wir nicht alle Lücken füllen.
Doch wir kennen für die Fälle manche kompetente Stelle.

Viele Menschen die her kamen und `ne Wohnung bei uns nahmen
kennen kaum die deutsche Sprache; und dies ist `ne schlimme Sache.
Weil sie keinen Satz verstehn, sie auch keinen Lichtblick sehn.
„Rat und Tat“ hat nachgedacht, was man hier am besten macht?
Drum als Lösung bot man an Deutschkurse für Frau und Mann,
die im Lauf von vielen Jahren bestens angenommen waren.
Mancher nun die Sprache kann, auch wenn zaghaft er begann.

Manche Kinder in der Schule sitzen unruhig auf dem Stuhle,
weil auch sie fast nichts verstehn und das findet niemand schön.
Drum sind die Erfolge schwach, mit den Eltern gibt es Krach,
Hausaufgaben sind zu schwer. Ja, auch da muss Hilfe her.
Und von „Rat und Tat“ betreut, sich manch Kind darüber freut,
wenn es sich zu sprechen traut und seine Erfolge schaut.

Durch viel Werbung weiß man jetzt wann unser Büro besetzt,
und so kommen dann die Leute Hilfe suchend auch noch heute.

Einmal durften wir sogar, glaubt es mir, es ist schon wahr,
live im Radio berichten unsre „Rat und Tat“- Geschichten.
Ja, wer hätte das gedacht? Das hat uns viel Spaß gemacht.

Also flogen, eins, zwei drei, achtzehn Jahre schnell vorbei.
Ich wünsch’ uns dass „Rat und Tat“ immer eine Zukunft hat,
und egal ob alt ob jung, wir was leisten mit viel Schwung,
dass wir fest zusammen steh`n, gemeinsam unsre Wege gehen.

Hannelore Lienert
Informationen zu "Rat und Tat"

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